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Was ist eigentlich Schächten?

23.10.2007

„Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man dran messen, wie sie ihre Tiere behandeln.“ (Mahatma Gandhi)

Was bedeutet eigentlich dieses Wort?
Es ist abgeleitet von dem hebräischen Wort Shechita (šahat) für schlachten.
Inhaltlich bedeutet es, dass Muslime und Juden aufgrund ihrer Religion nur Fleisch essen dürfen, das koscher, also rein ist. Generell sei das Blut eines Tieres unrein, weshalb es vor der Zubereitung aus dem Tier entfernt werden müsse.

Das realisieren die Gläubigen, indem das Tier, meistens ein männliches Schaaf, bei vollem Bewusstsein die Kehle durchschnitten bekommt. Ziel ist das völlige Ausbluten des Tieres. Dieses Ritual wird im Rahmen eines religiösen Festes durchgeführt, wobei festgelegte Richtlinien vor und während der Opferung eingehalten werden müssen. Das Opfertier darf nur von einem ausgebildeten muslimischen Metzger getötet werden.

Befürworter des Schächtens behaupten, dass diese Methode des Tötens für das Tier schmerzlos sei, da die Hauptschlagadern und Nerven im Hals durchtrennt werden. Das ist zwar korrekt, aber dennoch wird das Gehirn durch Nerven und Blutgefäße in der Wirbelsäule versorgt, sodass das Tier unter Schmerz und Angst leidet.
Wir akzeptieren, dass Gläubige nach den Geboten ihrer Religion leben möchten. Aber wir müssen unbedingt darauf achten, dass diese Gebote nicht mit gültigem deutschem Recht kollidieren. Im Falle des Schächtens ist es so, dass wir das Töten eines Tieres ohne Betäubung nicht dulden dürfen.
Jetzt fragt ihr euch bestimmt wie das Schlachten von Tieren hier in Deutschland durchgeführt wird? Ihr wisst sicherlich, dass es ein Gesetz zum Schutze der Tiere gibt, welches verbietet, Tieren Schmerzen zuzufügen. Aus diesem Grund müssen alle Schlachttiere vor dem Töten betäubt werden. Tierschützer und Politiker sind sich über die Sinnhaftigkeit des Gesetzes einig, dennoch hat das Bundesverfassungsgericht kürzlich entschieden, dass muslimische Metzger ihren Beruf weiterhin  nach den Gesetzen ihrer Religion ausüben dürfen. Für jede Schlachtung ist allerdings eine Sondererlaubnis erforderlich.

Meiner Meinung nach geht es gegenwärtig darum, Ansichten des Islams bei uns durchzusetzen, ohne Rücksicht auf deutsche Gepflogenheiten und Gesetze. Wie aber könnten wir Moslems, Juden und leider auch unsere deutschen Richter davon überzeugen, dass ihre Argumente nicht haltbar sind?

Zum einen lässt sich anführen, dass eine Betäubung des Opfertieres nicht den Geboten widersprechen würde, da dass Tier durch den Strom nicht getötet, sondern lediglich betäubt wird.

Des weiterem möchte ich anmerken, dass geschächtete Tiere wie jedes andere geschlachtete Tier nicht komplett ausbluten. Ein großer Teil des Blutes bleibt in den Organen und Blutgefäßen des Tieres zurück! Dieses Argument stellt das gesamte islamische Gebot des Schächtens in Frage!
Folglich muss ein Kompromiss gefunden werden, der die Religionsfreiheit wahrt und unsere Gesetze nicht verletzt.
Einige vernünftige Gläubige haben sich schon damit abgefunden, die Tiere vor der Schlachtung zu betäuben. Sie respektieren unsere Gesetze und können trotzdem nach den Bestimmungen ihrer Konfession leben. Warum sind nicht alle so vernünftig?

Macht euch bitte immer klar, auf wessen Rücken dieser Streit ausgetragen wird: auf dem des hilflosen Tieres!

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