Political Correctness
Habt Ihr Euch auch schon gefragt, was der Begriff „Political Correctness“ (PC) eigentlich bedeutet? Im Prinzip ist es ganz einfach: Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff „Political Correctness“ nichts anderes als „Politische Korrektheit“. Nach diesem Prinzip werden angeblich diskriminierende und verletzende Bezeichnungen oder solche, die so empfunden werden, umbenannt. So heißen zum Beispiel Zigeuner nicht mehr „Zigeuner“ sondern „Sinti und Roma“. Kleinwüchsige heißen jetzt vertikal Herausgeforderte und die schwarze Bevölkerung der USA nennt sich jetzt Afro-Amerikaner.
Allerdings bergen diese Form der PC und die dazugehörigen Sprachregelungen nicht unwesentliche Gefahrenpunkte. Denn Tabus und Denkverbote mögen vielleicht politisch korrekt sein, aber trotzdem unklug, ja gefährlich, weil man die Welt nur durch eine rosarot-schönfärbende Brille sieht.
Manchmal besteht die dringende Notwendigkeit, vielleicht sogar die Pflicht, Klartext zu sprechen und eindeutig zu formulieren – ohne Rücksicht auf irgendwelche Empfindlichkeiten der Zielgruppen. PC würde in diesen Fällen eher der Verschleierung bzw. Unwahrheit dienen, als einer korrekten Wahrheitsfindung.
Statt der manchmal schmerzlichen Realität würde dann eine trügerische, imaginäre Traumblase in den Köpfen der Menschen schweben. Diese Traumblase einer heilen Welt, die unangenehme Tatsachen verneint bzw. verdrängt, kann die Menschen dazu verführen, mit dem eigenständigen Denken über richtig oder falsch aufzuhören.
Einen passenden Artikel dazu enthält die Ausgabe vom 27.8.2004 der Zeitschrift „Die Zeit“, der beschreibt, wie in Großbritannien eine Fernsehreportage zurückgehalten wurde, die aufgedeckt hat, wie mehrere, asiatischstämmige Männer mit Drogen und Gewalt junge Mädchen (12 und 13 Jahre alt!) zu willenlosen Sexsklavinnen verwandelten. Der Einwand der PC-Befürworter war, daß der Artikel Rechtextremen in die Hände spiele und den Rassismus schüre. Ähnlich erging es einem farbigen Autor, der Untersuchungen anstellte über die Macho- und Gewaltkultur seiner ethnischen Gruppe. Beide Reportagen wurden dann am Ende doch noch gleichzeitig zu einer sehr ungünstigen Sendezeit ausgestrahlt.
Dies sind nur ein paar Beispiele von vielen, die zeigen, wie scheinbar gutgemeinte Verschleierungsversuche im Namen der PC letztlich in Manipulation der Wirklichkeit und der Medienberichterstattung münden können. Auf diese Weise wird den Menschen die manchmal harte, aber notwendige klare Sicht auf die Realität vorenthalten.
