Hoppla… Horst, da war doch was!
1989 - Deutschland befindet sich im Freudentaumel.
Unser Vaterland wird zum Teil wiedervereinigt, spontan singt man im Deutschen Bundestag die Nationalhymne – vor dem Deutschlandlied macht man aber noch Halt.
Die Republik befindet sich im Aufwind, das Wir rückt in den Vordergrund. Die Menschen da draußen, wie Frau Merkel heute sagen würde, haben neue Kraft geschöpft. Doch einer in der BRD meint es besonders gut mit unserem Volk: Horst Köhler. Ja genau, der Horst Köhler! Unser heutiger Bundespräsident ist es gewesen, welcher sich in grandioser Weise für unser Kollektiv während dieser Zeit starkgemacht hat. Seine damalige Funktion in der deutschen Politiklandschaft? Staatssekretär im Finanzministerium. Und wer sich die heutige horrende Verschuldung der BR- Deutschen anschaut, der erkennt, mit welchen Qualifikanten wir es dort zu tun haben. Was tat Horst also damals? Mit Sicherheit hat er viele Nächte durchzecht, sich seines Lebens gefreut und klar, er liebte auch schon 1989/90 alle Menschen. Seine Liebe ging und geht so weit, daß er sich vor allem für die armen Ostbetriebe engagierte.
Nun wollen wir das Augenmerk nicht auf den privaten Horst legen, sondern uns vielmehr um sein Wirken als Staatsdiener bemühen. Beschäftigen wir uns zunächst einmal mit den Fakten. Faktum 1: die Mauer war gefallen. Faktum 2: es gab den Willen Mitteldeutschland an Westdeutschland anzugliedern. Faktum 3: Horst arbeitete daran in seiner Funktion als Staatssekretär mit.
Dies wäre nun kein Umstand, dem man ihm negativ ankreiden dürfte. Wie würde es sich jedoch verhalten, wenn es um 200 Milliarden Euro ginge und diese der Startschuss für die heutigen desolaten Zustände der mitteldeutschen Wirtschaft wären?
Erinnern wir uns doch einfach mal daran, was geschehen war. Das kommunistische Unrechtssystem mußte sich dem Willen des deutschen Volkes unterordnen und wurde zum Teufel gejagt. Die Ostbetriebe existierten de facto noch immer, sie waren formell verschuldet. Man beachte das Wort „formell“! In der DDR wurden die Geschäfte über staatliche Banken abgewickelt. Dies klingt nach Kreditwirtschaft… Das ist aber nur bedingt richtig, da das DDR-Wirtschaftssystem eine Kreditvergabe im kapitalistischen Sinne nicht kannte, es demnach auch keine echte Verschuldung gab und ein Wirtschaften mit Profit erst recht nicht. Mit der Mauer fiel auch dieser kommunistische Wirtschaftskreislauf in sich zusammen, doch man produzierte weiter. Erwähnte ich eben das Wort Kredite? Da kennen sich unsere Kapitaltiger aus!
Man kaufte also nun insolvente DDR-Banken für wenig Geld auf. Hier sei betont, daß diese sich in einem katastrophalen Zustand befanden. Warum macht man dies also? Ottonormal würde doch auch nicht in ein Pleiteunternehmen investieren. Die Antwort ist ganz simpel: War eine Bank aufgekauft, stellte man nun in kapitalistischer Manier Forderungen an die Ostbetriebe wegen bestehender Altschulden. Mit den nun aufgelaufenen Zinsen, welche man plötzlich in ein ehemaliges Planwirtschaftssystem brachte, verdienten sich die Westbanker ein goldenes Näschen. Da die ehemaligen Volkseigenen Betriebe aufgrund der Planwirtschaft über keine Rücklagen verfügten, wurden diese innerhalb kürzester Zeit von der Treuhand abgewickelt und zerschlagen. Die damit ruinierten Existenzen und der wirtschaftliche Schaden für Mitteldeutschland wirken bis heute nach. Horst, das war doch mit Sicherheit ein Versehen, oder? Immerhin hättest Du in deiner Funktion eingreifen und das Wort erheben können. In diesem Sinne...
